Interview mit Gunnar Ziems

30-jähriges Firmenjubiläum

Interview

30 Jahre – da fragt man sich natürlich wo ist die Zeit geblieben und was hat man in dieser Zeit erreicht. Und natürlich auch was das gesamte Unternehmen erreicht hat. Bevor ich hier angefangen habe, war ich Entremetier auf der Königsallee und hab dort zwei Jahre gearbeitet. Davor war ich sogar noch bei der Bundeswehr – auch in der Küche. Gelernt habe ich in einem Sterne-Restaurant und so habe ich viele Eindrücke aus meinen vorherigen Jobs ins Haus Schlosspark mitgebracht.

Über meinem Schreibtisch hängt ja ein Foto von unserem alten Chef, Bruno Urbach, der so immer auf mich runter schaut, was ich hier so mache. Ich bin schon stolz ein Teil dieses Unternehmens zu sein.

Ich kann mich noch sehr gut an den 1. Oktober 1990 zurück erinnern. Da hatte ich noch lange Haare und bin mit meinem offenen Jeep angefahren gekommen. Mein damaliger Chef stand schon in der dunklen Küche und ich habe mich dann ans Fenster gestellt und „Guten Morgen“ gesagt. Als ich die dunkle Küche gesehen habe, habe ich mich erstmal gefragt, was mich hier wohl erwartet. Mein Chef fragte mich dann, ob ich heute auch als Koch anfangen würde. Es war ja auch sein erster Tag. Wir haben dann mit zwei Personen in der Küche gestartet und so fingen wir dort an zu kochen. Das war mein erster Tag – von uns allen der erste Tag.

Man nimmt natürlich viele Dinge von früher mit. Mein Motto lautet hier „no risk, no fun“. Manchmal muss man etwas riskieren, um allen Gästen ein neues kulinarisches Abenteuer zu ermöglichen. Gute deutsche Küche ist immer lecker, aber man kann ja auch mal etwas Neues ausprobieren. Ich finde, man muss auch ein bisschen verrückt sein.

Ich komme aus einer reinen Journalisten Familie. Und irgendwie kann ich das Kochen auch mit dem Journalismus vergleichen. Denn ich bin immer wieder am recherchieren, bin weltoffen und bereit mir überall neue Ideen zu suchen und auch umzusetzen. Koch ist für mich kein Beruf, es ist meine Berufung. Das wurde mir in die Wiege gelegt und macht mir Spaß.

Am 1. Dezember 1995 bin ich ins Paulushaus gewechselt. Hier war ich dann direkt der Küchenchef und habe die Küche quasi mit aufgebaut. Ich habe noch selber die Schränke eingeräumt. Es war sofort klar, dass ich mich noch weiter entwickeln möchte. So habe ich dann mit Bruno Urbach gesprochen, der mir sagte ich solle meine Kreativität ausleben.

Ich wünsche weiterhin natürlich viel Erfolg für die nächsten 30 Jahre. Ich liebe das Haus Schlosspark – das ist mein Stammhaus! Da hat für mich alles begnonnen und ich denke gern daran zurück.

Ich wünsche dem Haus, dass es weiterhin ein so starker Standort bleibt, weiterhin tolle Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten und natürlich auch, dass irgendwann jemand in meine Fußstapfen tritt. Jemand, der mit genau so viel Leidenschaft kocht, wie ich.

Beim Haus Schlosspark denke ich immer an das Wort „Zukunft“. Wenn ich bedenke, wie klein wir hier angefangen haben und was für eine riesen Entwicklung es gab, bin ich immer wieder erstaunt. Haus Schlosspark ist der Ursprung!

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